Steuerkettenprobleme zählen zu den häufigsten BMW-Mängeln – vor allem bei N47- und N20-Motoren. Welche Modelle betroffen sind, was die Reparatur kostet und wie sich Schäden vermeiden lassen, zeigt dieser ausführliche Überblick mit Tabelle.
Steuerkette als Schwachstelle: Ein zentrales Problem vieler BMW-Motoren
Trotz ihres Rufs als langlebiges Bauteil sorgt die Steuerkette bei zahlreichen BMW-Modellen für kostspielige Ausfälle. Insbesondere in bestimmten Baujahren traten systematische Schwächen auf, die zu schwerwiegenden Motorschäden führen können.
Die Steuerkette übernimmt eine essenzielle Funktion im Motor: Sie synchronisiert die Kurbelwelle mit der Nockenwelle und sorgt dafür, dass Ein- und Auslassventile im richtigen Moment öffnen und schließen. Während Steuerketten früher als wartungsfreie Bauteile galten, haben sich bei BMW insbesondere im Zeitraum von 2007 bis etwa 2015 gehäuft schwerwiegende Probleme gezeigt. Betroffen sind vor allem Modelle mit den Motorbaureihen N47, N20, N26 und N57. Die Folgen reichen von deutlich hörbaren Rasselgeräuschen bis hin zu kapitalen Motorschäden.
Welche BMW-Motoren sind besonders anfällig?
Die Anfälligkeit für Steuerkettenprobleme hängt stark von der jeweiligen Motorbaureihe und dem Bauzeitraum ab. Besonders betroffen sind Diesel- und Benzinmotoren mit spezifischen Konstruktionsmerkmalen, die sich in mehreren Modellgenerationen wiederfinden.
Ein Steuerkettenproblem ist meist kein spontaner Defekt, sondern kündigt sich schleichend an. Besonders häufig treten Schäden bei folgenden BMW-Motoren auf:
Modellreihe | Motorkennung | Bauzeitraum | Typ | Anfälligkeit | Bemerkung |
---|---|---|---|---|---|
118d, 120d, 320d, 520d | N47D20A/B/C | 2007–2015 | 2.0 Diesel | Sehr hoch | Kettenspanner zu schwach, oft Kettenriss |
114i, 116i, 118i, 316i | N13B16 | 2011–2016 | 1.6 Benzin | Hoch | Kettenlängung und Schleifgeräusche |
328i, 528i, X1, X3, X4 | N20B20 | 2011–2015 | 2.0 Turbo-Benzin | Sehr hoch | Kette hinten verbaut, hoher Reparaturaufwand |
125d, 225d, 325d, 525d | N47D20C | 2011–2015 | 2.0 Diesel | Hoch | Kettenprobleme trotz Überarbeitung |
530d, X5, X6 | N57D30 | 2008–2015 | 3.0 Diesel | Mittel | Probleme vor allem bei hohen Laufleistungen |
Vor allem der N47-Motor ist berüchtigt für Steuerkettenversagen. Viele Schäden treten bereits unter 150.000 km auf – teilweise sogar unter 100.000 km. Die Position der Kette an der Rückseite des Motors erschwert den Zugang und erhöht die Reparaturkosten erheblich.
Typische Symptome für Steuerkettenprobleme bei BMW

Steuerkettenverschleiß kündigt sich in der Regel frühzeitig durch charakteristische Anzeichen an. Eine rechtzeitige Diagnose dieser Warnsignale kann teure Folgeschäden am Motor verhindern.
Ein drohender Steuerkettenschaden kündigt sich in den meisten Fällen an. Frühzeitige Erkennung kann hohe Reparaturkosten verhindern oder zumindest begrenzen.
- Rasselnde Geräusche beim Kaltstart oder im Leerlauf
- Unruhiger Motorlauf und verminderte Leistung
- Fehlermeldungen im Motorsteuergerät
- Leuchtende Motorkontrollleuchte (MKL)
- Klappergeräusche aus dem hinteren Motorgehäuse
Wer diese Warnzeichen ignoriert, riskiert im schlimmsten Fall einen Totalschaden des Motors, da ein Kettenriss schwere innere Schäden verursacht.
Die Kosten für den Austausch einer defekten Steuerkette variieren je nach Motortyp, Einbaulage und Werkstatt. Ein Überblick über typische Preisbereiche schafft Transparenz und ermöglicht einen fundierten Kostenvergleich.
Die Reparatur einer defekten Steuerkette ist abhängig vom jeweiligen Motor, dem Fahrzeugmodell und der Werkstatt. Besonders teuer wird es, wenn die Kette an der Rückseite des Motors sitzt, wie etwa beim N47 oder N20.
BMW-Motor | Durchschnittliche Reparaturkosten | Aufwand (Stunden) | Kette vorne oder hinten? | Bemerkung |
---|---|---|---|---|
N47 (2.0 Diesel) | 1.800–3.500 € | 12–20 | Hinten | Motor muss oft ausgebaut werden |
N20 (2.0 Benzin) | 2.000–3.800 € | 10–18 | Hinten | Hohe Material- und Arbeitskosten |
N13 (1.6 Benzin) | 1.200–2.000 € | 6–10 | Vorne | Einfacher Zugang, günstiger |
N57 (3.0 Diesel) | 2.500–4.200 € | 14–22 | Hinten | Meist bei hoher Laufleistung nötig |
Hinweis: Bei Vertragswerkstätten liegen die Kosten oft deutlich höher als in spezialisierten freien Werkstätten. Es lohnt sich, einen Kostenvoranschlag bei einem Fachbetrieb mit BMW-Erfahrung einzuholen.
Lohnt sich eine Reparatur oder ist ein Motortausch sinnvoll?

Ob eine Reparatur der Steuerkette wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Fahrzeugalter, dem allgemeinen Zustand und dem Restwert ab. Bei Fahrzeugen mit Laufleistungen über 200.000 km oder mehreren bekannten Schwächen (z. B. Turbolader, DPF, AGR-Ventil) kann ein Austauschmotor die langfristig bessere Lösung darstellen.
Ein generalüberholter Austauschmotor mit neuer Steuerkette kostet im Schnitt:
- N47-Motoren: 3.500–5.500 € inkl. Einbau
- N20-Motoren: 4.000–6.000 € inkl. Einbau
- N57-Motoren: 5.000–7.500 € inkl. Einbau
Wichtig ist, auf zertifizierte Anbieter mit Garantie (mindestens 12 Monate) und dokumentierter Kettenrevision zu achten.
Rückrufe und Kulanzregelungen: Welche Ansprüche bestehen?

BMW hat für einige Modelle Rückrufe oder technische Aktionen durchgeführt. Eine vollständige Kulanzübernahme ist jedoch selten, insbesondere bei Fahrzeugen außerhalb der Garantiezeit. Dennoch lohnt sich eine Anfrage beim BMW-Service:
- Kulanzanträge sind bis etwa 7 Jahre oder 100.000 km erfolgversprechend, wenn alle Wartungen nachweislich beim BMW-Händler durchgeführt wurden.
- Bei Schäden unter 80.000 km kann BMW je nach Fall bis zu 100 % der Materialkosten übernehmen.
Besonders wichtig: Lückenlose Servicehistorie und sofortige Meldung des Schadens erhöhen die Erfolgschancen.
Prävention: Wie lässt sich ein Steuerkettenschaden vermeiden?
Auch wenn es sich um ein Konstruktionsproblem handelt, lässt sich durch regelmäßige Wartung das Risiko minimieren:
- Ölwechsel-Intervalle verkürzen (z. B. alle 10.000 km statt 30.000 km)
- Hochwertiges Markenöl mit Freigabe Longlife-04 verwenden
- Kaltstarts vermeiden und Motor nicht sofort hochdrehen
- Rasselgeräusche sofort prüfen lassen
- Inspektionen bei BMW-Fachwerkstätten oder erfahrenen Motorenbauern durchführen
Wer zusätzlich bei Gebrauchtwagenkauf auf die genannten Risikomotoren achtet und im Zweifelsfall den Kettentrieb vorab prüfen lässt, kann Folgekosten vermeiden.
Übersicht: Betroffene BMW-Modelle nach Steuerkettenrisiko
Fahrzeugmodell | Baujahr | Motor | Risikoeinschätzung | Anmerkung |
---|---|---|---|---|
BMW 320d E90 | 2007–2012 | N47 | Sehr hoch | Viele Fälle mit Kettenriss |
BMW 118d F20 | 2012–2015 | N47 | Hoch | Leicht überarbeitete Version |
BMW 528i F10 | 2011–2015 | N20 | Sehr hoch | Teure Reparatur durch Kettenlage |
BMW X1 E84 | 2011–2015 | N20/N47 | Hoch | Doppeltes Risiko bei Benzin & Diesel |
BMW 316i F30 | 2012–2015 | N13 | Mittel | Kettenlängung, aber gut zugänglich |
Fazit: Steuerkettenrisiko bei BMW – früh erkennen, klug entscheiden
Die Steuerkette stellt bei vielen BMW-Motoren ein erhebliches technisches und finanzielles Risiko dar – insbesondere bei den Baureihen N47 und N20. Häufige Symptome wie Rasselgeräusche, Leistungsverlust oder Motorkontrollleuchten sollten nicht ignoriert werden. Frühzeitige Diagnosen und qualifizierte Werkstätten können größere Schäden verhindern. Aufgrund der teuren Reparaturkosten lohnt sich vorab ein Kostenvergleich und ggf. auch die Überlegung eines Austauschmotors. Wer sich beim Kauf eines gebrauchten BMW absichern möchte, sollte auf die Motorkennung achten und gezielt nach dem Zustand der Steuerkette fragen.
Weiterführende Informationen:
- Mehr über typische BMW-Motorschäden lesen: Motorschaden BMW: Modelle, Ursachen & Kosten
- Hilfreiche Tipps zum Gebrauchtwagenkauf finden Sie unter: Motorschadenankauf Leipzig
Pressekontakt:
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Kurzzusammenfassung:
Der Artikel beleuchtet die häufigsten Steuerkettenprobleme bei BMW-Modellen mit Fokus auf die Motorreihen N47 und N20. Es werden betroffene Fahrzeuge, Symptome, Reparaturkosten und mögliche Präventionsmaßnahmen detailliert aufgezeigt. Zusätzlich enthält der Artikel Tabellen zu Modellen, Motorkennungen und durchschnittlichen Kosten sowie Empfehlungen zur Werkstattwahl und Kulanzanfragen. Ziel ist es, betroffene BMW-Fahrer und Kaufinteressenten fundiert zu informieren und vor teuren Schäden zu bewahren.